Gefahr kostenlose Immobilienbewertung

Billiganbieter werben immer häufiger mit einer kostenlosen Immobilienbewertung online. Meistens mit dem Zusatz anonym. Doch eine solche gratis Immobilienbewertung ist den seltenen Fällen hilfreich. Und dienen zudem oftmals zur Datengewinnung seitens des Anbieters.

Einige Gründe also, warum die Möglichkeit eine Immobilie kostenlos bewerten zu lassen zunächst lukrativ erscheint, am Ende aber dann doch wertlos ist. Im Folgenden zeigt Ihnen Osnowski wichtige Details auf.

Was steckt hinter dem Slogan ‚Hausbewertung kostenlos‘?

„Jetzt gratis Immobilienbewertung anfordern“ oder „Hausbewertung kostenlos – online und anonym“ so oder so ähnlich lauten die Slogans der Billiganbieter von Gutachten. Auf den dazugehörigen Websites wird meist der Eindruck vermittelt, fundiertes Wissen und verifizierte Daten auf Basis abgeschlossener Kaufverträge vorweisen zu können. Dies entspricht nur in einigen wenigen Fällen der Wahrheit. Hiervor warnt unter anderem auch der Sachverständigenverband BVS.

Mehrere Punkte sprechen gegen eine kostenlose Immobilienbewertung, die online angeboten wird:

  • Das Gutachten gibt einen Schätzwert vor, der meistens in der Bandbreite zwischen 100.000 und 200.000 Euro liegt
  • Die Kostenlose Immobilienbewertung ist nicht rechtskonform und hält damit vor Gericht nicht stand
  • Die gratis Immobilienbewertung fungiert meistens nur als Akquise-Instrumentarium, um so einen neuen Auftrag zum Verkauf der Immobilie abzuschließen

Für ein fundiertes Immobiliengutachten ist eine Vorort-Begehung unumgänglich. Denn die Lage, der Zustand sowie weitere Grundstück-Merkmale wie Garage und Carport sind von Bedeutung. Werden diese Daten dennoch in einer gratis Immobilienbewertung online abgefragt, sollte auch die datenschutzrechtliche Seite betrachtet werden. Denn hierbei handelt es sich um geschützte, personenbezogene Daten, die nur unter strengen Auflagen gesammelt und gespeichert werden dürfen.

Dubios wird es auch dann, wenn der Anbieter mit „Hausbewertung kostenlos und anonym“ wirbt, dann aber für die Zusendung des Ergebnisses eine E-Mailadresse und weitere personenidentifizierende Daten erfragt.

Warum kann eine kostenlose Immobilienbewertung kein Gutachten vom Sachverständiger ersetzen?

Wenn Sie online Ihre Immobilie kostenlos bewerten lassen, sind Sie darauf angewiesen, dass das vorgefertigte Formular auch alle wichtigen Informationen behandelt. Doch fehlen bei nahezu allen Onlinegutachten wichtige Unterlagen, wie zum Beispiel:

  • Zustand des Gebäudes
  • Grundstückszuschnitt
  • Naturschutz
  • Wasserschutz
  • Baulasten
  • Altlasten
  • Bodenrichtwerte
  • Zukünftige Anträge für Erschließung oder Ausbau

Doch ist eine gratis Immobilienbewertung vom Online-Anbieter meistens nicht nur ungenau, sondern auch in vielen Situationen rechtlich nicht ausreichend.

Wann ist eine kostenlose Immobilienbewertung nicht ausreichend?

Nicht nur für einen Hauskauf oder -verkauf ist ein Gutachten notwendig. Auch in folgenden Situationen ist ein gerichtsfestes (!) Gutachten notwendig:

  • Erbschaftsangelegenheiten
  • In einer Scheidungssache
  • Schenkung und Berechnung der fälligen Steuer
  • Zwangsversteigerung
  • Baufinanzierung
  • Auflösung eines Betriebes
  • Rund ums Thema Denkmalschutz

Auch wenn eine kostenlose Immobilienbewertung zunächst verlockend wirkt, sollten Sie immer auf einen Sachverständigen zu gehen. Die dort anfallenden, fairen Kosten, machen sich am Ende immer bezahlt. Denn auch wenn die Immobilienbewertung beim Kauf oder Verkauf nicht verpflichtend ist, können Sie so ein böses Erwachen verhindern.

Gerne helfen wir Ihnen weiter rund ums Thema Immobilienbewertung. Schreiben Sie uns gleich einfach über unser Kontaktformular.